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Paradiesische Gärten am Lago Maggiore

25.01.2009 um 18:25:51 Uhr Quelle: rj24
Eingestellt von: Erek Röös
Im Barockgarten
Quelle:flickr; Fotograf:pietroizzo
Die historischen Gärten der Familie Borromeo laden zum Rundgang durch die Epochen der Gartenbaukunst ein.

Es sind kleine Paradiese auf Erden, die die Familie Borromeo in ihrem Herrschaftsbereich im mittleren Teil des Lago Maggiore geschaffen haben. Nicht von heute auf morgen, sondern im Laufe der Jahrhunderte. Paradiese auf Erden heißt auch die Rundstrecke, die den Besucher durch die duftenden und farbenprächtigen Gärten der Borromäischen Inseln Isola Bella und Isola Madre sowie des Rocca di Angera führt.

Es empfiehlt sich, den Rundgang mit dem jüngsten Projekt des Hauses Borromeo zu beginnen, zumal dieses sich mit der ältesten Epoche befasst: dem mittelalterlichen Garten des Rocca die Angera. Diese seit 1449 im Besitz der Familie befindliche, sehr gut erhaltene Burg liegt hoch auf einem Felsen am lombardischen Ufer des Lago Maggiore. Dort, in einem Flügel des historischen Palastes, ist die themenbegleitende Ausstellung Paradiese auf Erden untergebracht. Der Besucher erlebt hier dank Nachbildungen und Erklärungen auf Basis der mittelalterlichen Kodexen und Schriften eine Darstellung der verschiedenen Gartenbautypen des Mittelalters.
Außerhalb des Gebäudes hat man mittlerweile begonnen, die Erkenntnisse aus den historischen Dokumenten eifrig in die Praxis umzusetzen. Experten haben hinter der kleinen Kirche einen mittelalterlichen Garten der niederen Kräuter angelegt. Dessen Pflanzen und deren medizinische Wirkungen waren damals den alten Meistern, aber auch vielen einfachen Menschen geläufig. Heute muss manche Heilwirkung erst wieder mühsam erforscht werden. Und auch das nächste Projekt lässt sich bereits dank der aufgestellten Schilder in Grundzügen erkennen. Vorgesehen ist die Anlage eines immergrünen Wäldchens nach Boccaccios Landschaftsbeschreibungen, dessen Mittelpunkt ein Bachlauf bildet.

Gerüstet mit dem Wissen aus der Ausstellung führt der Rundgang nunmehr zu den Borromäischen Inseln im Golf von Verbania, ebenfalls im italienischen Teil des Lago Maggiore. Während die Isola Bella und die Isola Madre von der seit dem 12.Jahrhundert in dieser Region ansässigen Familie Borromeo in herrliche Gärten verwandelt wurden, ist die Isola dei Pescatori einfach und authentisch geblieben. Auch wenn letztere nicht mit zum Rundgang gehört, ist sie mit ihrem altertümlichen Dorfbild ein malerischer Anblick und auf jeden Fall einen Besuch wert. Die vierte und kleinste Insel, die Isola di San Giovanni, befindet sich hingegen im Privatbesitz und kann daher nicht besichtigt werden.




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Der Barockgarten
Quelle:flickr; Fotograf:pietroizzo
Hier kann man lustwandeln !
Isola Bella – Gärten im barocken Stil

Wenn man die Pracht des eleganten italienischen Barockgartens bewundert, fällt es schwer zu glauben, dass die nach der Comtesse Isabella Borromeo benannte Insel einst ein unfruchtbarer Felsen war. Um 1630 begannen die Verwandlungsarbeiten an der Insel durch Carlo III Borromeo, welche 1671 von Vitaliano Borromeo vollendet wurden. Seitdem ist die Insel um enorme Mengen vom Festland importierter Erde und einem attraktiven Sommerpalast reicher. Große Mengen der Erde verwendete Vitaliano, um ein pyramidenartiges System von zehn Terrassen für die einzigartigen italienischen Gärten zu bauen. Bereichert werden die Gärten durch Nymphäen, Exedren, allegorische und mythologische Statuen sowie Obelisken und plätschernde Brunnen, begleitet von Zedern, Orangen- und Zitronenbäumen, Magnolien, Lorbeerbäumen, Kamelien, Azaleen, Rhododendren, seltenen Nadelbäumen und vielem mehr. Die Terrassen bilden einen Halbkreis, der an ein Amphitheater erinnert, dessen Mittelpunkt die Figur eines Einhorns schmückt, dem Wappenbild derer von Borromeo. Ebenfalls besichtigen lässt sich der barocke Sommerpalast, ein regelrechtes Museum mit Einrichtungsgegenständen von unschätzbarem Wert. Originale Möbel, Fresken und Gemälde aus den letzten vier Jahrhunderten, Wandteppiche aus Seide und Gold, antike Waffen und Skulpturen beeindrucken den Besucher. Auch mit der großen Weltpolitik kam der Palast in Berührung. Es heißt, dass sich Napoleon des öfteren hier aufhielt und 1932 fand im Palast die Konferenz von Stresa statt, an der England, Frankreich und Italien teilnahmen.

Hinter den Gärten und dem Palast befindet sich noch ein Teil des Dorfes, das vormals hier bestanden hat. Heute findet man hier einige Restaurants und typische Läden.


Farbenprächtige Büsche auf Isola Madre
Quelle:flickr; Fotograf:eccolo
Isola Madre lädt zum Verweilen und Träumen ein.
Isola Madre – Gärten der Romantik

Die größte der Borromäischen Inseln beherbergt neben einem herrlichen Renaissancepalast die wohl beachtlichsten und ältesten Gärten Italiens. Von Gustave Flaubert schon 1845 als irdisches Paradies bezeichnet, bezaubert die Insel auch heute noch mit seinem ruhigen, unbeschwerten Flair.
Die ca. 8 ha große ursprüngliche Festungsinsel befindet sich seit 1500 im Besitz der Borromeos, die das Festungswerk in eine komfortable Sommerresidenz umbauten.

Durch das besonders milde Klima entstand auf den fünf angelegten Terrassen ein fantastischer botanischer Garten, der seinesgleichen sucht. Raritäten wie die erhabene Zypresse aus Kaschmir, subtropische Pflanzen und Blumen, Bananenstauden oder auch Exoten wie Seifenpflanzen, Eisenpflanzen, Kaffeesträucher oder auch den nach seinen auffälligen Blütenblättern genannten Taschentuchbaum aus Tibet lassen die Herzen jeden Pflanzenliebhabers höher schlagen. Ergänzt werden diese Highlights von über 150 verschiedenen Kamelienarten, Glyzinien und Azaleen in einem einzigartigen Blütenmeer. Aber auch die Fauna kommt nicht zu kurz, deren exotische Vertreter sich frei im Park bewegen. Darunter befinden sich weiße Pfauen, verschiedene Fasanenarten und Papageien.

Der Renaissancepalast wurde 1978 von der Prinzessin Borromeo renoviert und mit Möbeln aus den verschiedenen Wohnhäusern der adligen Familie eingerichtet. Heute ist der Palast ein Museum, das verschiedene Ausstellungen beherbergt, so auch eine prächtige Pinakothek mit lombardischen Bildern aus dem 16. Jahrhundert.
Die einzelnen Stationen des Rundganges sind jeweils von Mitte März bis etwa Mitte Oktober geöffnet. Die Öffnungszeiten liegen in der Regel zwischen 9:00 Uhr und 17:30 Uhr.

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