Sie befinden sich hier: Home Reise & Kultur Krypta der St. Servatii Stiftskirche im Harzer Städtchen Quedlinburg wieder für Besucher zugänglich

Krypta der St. Servatii Stiftskirche im Harzer Städtchen Quedlinburg wieder für Besucher zugänglich

19.03.2009 um 18:40:17 Uhr Quelle: pressetext
Eingestellt von: Erek Röös

Die Krypta mit Blick nach Osten
Quelle:pressetext; Fotograf:Norbert Perner,Magdeburg
Krypten waren historische Orte des Totengedenkens und der
Reliquienverehrung.Abbildung zeigt Blick nach Osten.
Grabplatten und Gewölbemalereien in der Krypta Stiftskirche St. Servatii locken Besucher an

Quedlinburg (pts) - Am 14. März 2009 wurde die Krypta der St. Servatii Stiftskirche in Quedlinburg mit einem Festakt wieder eröffnet. Sie zählt zu den schönsten Räumen dieser Art und nationalem Monument in ganz Europa. Zwischen 1070 und 1129 entstand diese Krypta im Zuge des Neubaus der Kirche, ältere Bauteile wurden mit einbezogen. So greift ihr Ostteil vermutlich den Grundriss der Pfalzkapelle Heinrichs I auf und auch die im Apsisbereich gelegene Confessio mit reichem Stuckdekor geht auf das 10. Jahrhundert zurück. Heute evangelisch, wird die Stiftskirche damit auch wieder zum Wallfahrtsort für Katholiken aus aller Welt, wird doch so das Grab der Heiligen Mathilde nach vielen Jahren wieder zugänglich.

 


Ruhestätte Heinrich I und seiner Frau Mathilde

Krypten waren historisch Orte des Totengedenkens und der Reliquienverehrung. Als gesonderte Räume mit kapellenartigem Charakter nahmen sie vielfach die Gräber besonders verehrter Persönlichkeiten auf. Die Krypta der Stiftskirche St. Servatii in Quedlinburg birgt die Grablegen König Heinrichs I. (gest. 936) und seiner zweiten Gemahlin Mathilde (gest. 968).

Grabplatten der Äbtissinnen
Quelle:pressetext; Fotograf:Norbert Perner, Magdeburg
Äbtissinnengrabplatten entlang der Südwand
Mit der Grablegung Heinrichs in Quedlinburg aufs Engste verbunden war die Gründung eines Kanonissenstiftes auf dem Burgberg, dem heutigen Schlossberg durch die Königinwitwe Mathilde bereits wenige Wochen nach dem Tod Heinrichs. Dieses Stift wurde nicht nur zu einem wichtigen Ort des Totengedenkens an Heinrich I., sondern auch zu einem Ort der Heilssorge der Gründer und der Gründerfamilie und zu einer wichtigen Bildungseinrichtung für Kinder aus dem Hochadel.

Die Krypta der Stiftskirche ist eine geräumige Hallenkrypta mit reichem Bauschmuck. Neben den Grablegen des Herrscherpaares birgt sie eine Reihe wertvoller Äbtissinnengrabplatten und einzigartige spätromanische Gewölbemalereien. Die ältesten Grabplatten entstanden bereits in der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts. Sie zeigen die Verstorbenen - Kaisertöchter, die dem Stift als Äbtissinnen vorstanden (u. a. Beatrix I., eine Tochter Heinrichs III.) - als Ganzfiguren und gehören damit zu den ältesten überkommenen ganzfigurigen Grabplatten in Europa überhaupt.


 



Ferienhaus-Angebote bei neckermann UrlaubsWelt


Jetzt Ferienhäuser von 8 namhaften Veranstaltern vergleichen und buchen!



 



Grabplatte der Abtissin Beatrix I
Quelle:pressetext; Fotograf:N.Perner
Grabplatte der Äbtissin Beatrix I.
Wertvolle Wandmalereien konserviert

Auch die Gewölbemalereien entstanden bereits im 12. Jahrhundert und zählen damit zu den ältesten überlieferten Wandmalereien in Deutschland. Dargestellt sind Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, außerdem einzelne Heilige und historische Persönlichkeiten, darunter ein Bischof und eine männliche Herrschergestalt, letztere inschriftlich als "OTTO MAGNUS" bezeichnet. Der umfangreichste erhaltene Bildzyklus berichtet von Susanna, einer vorbildhaften, gottesfürchtigen und Gott vertrauenden Frauengestalt des Alten Testaments und umfasst allein 10 Bildfelder.

Wegen großer Schäden an den Gewölbemalereien musste die Krypta 2002 für Besucher geschlossen werden. Bereits 2001 begannen im Rahmen eines Forschungsprojektes der Hochschule für Bildende Künste in Dresden, umfangreiche Zustandserfassungen. Sie bildeten die Grundlage für ein von der Hochschule entwickeltes Konservierungskonzept, das in den Folgejahren umgesetzt wurde.

Nach weiteren vom Land Sachsen-Anhalt und der Lotto-Toto GmbH Sachsen- Anhalt geförderten Maßnahmen, zu denen Sicherungsarbeiten an den ottonischen Stuckelementen der Confessio, die Installation einer neuen Beleuchtung und die Reparatur des Ziegelbodens gehören, wurde die Krypta am 14. März 2009 feierlich wiedereröffnet . Sie ist nun für Besucher der Stiftskirche erneut zugänglich , aus konservatorischen Gründen vorerst allerdings nur für 30 Gäste stündlich (Anmeldung über den Besucherdienst empfehlenswert).

Öffnungszeiten:

November bis März
Di. bis Sa. 10.00 bis 15.30 Uhr
sonn- und feiertags 12.00 bis 15.30 Uhr

April
Di. bis Sa 10.00 bis 16.30 Uhr
sonn- und feiertags 12.00 bis 16.30 Uhr

Mai bis Oktober
Di. bis Sa.* 10.00 bis 17.30 Uhr
sonn- und feiertags 12.00 bis 17.30 Uhr
* an Konzertsamstagen letzter Einlass 15.30 Uhr

Kontakt:
Besucherdienst (während der Öffnungszeiten)
Tel.: 03946/709900
email: qlbdomschatz@gmx.de

 



Neckermann UrlaubsWelt


 


 

Bewerten Sie diesen Artikel
Klicken Sie auf einen Stern, um eine Bewertung abzugeben !
4.5
  • derzeit 4.5 Sterne
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6

 

Bildergallerie zum Artikel

 

Artikel einem Freund empfehlen
E-Mail des Empfängers(Wird nicht gespeichert !!!)
Sicherheitscode

 

Kommentare unserer Besucher

 

Schreiben Sie einen Kommentar
Name:(erforderlich)
E-Mail:(erforderlich - wird nicht veröffentlicht)
Sicherheitscode