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Auf den Spuren der Katharer

18.01.2009 um 15:46:12 Uhr Quelle: rj24
Eingestellt von: Erek Röös
Die Burg Carcassone beleuchtet in der Nacht
Quelle:flickr; Fotograf:Andy Coulson
Carcassonne-Filmkulisse für Robin Hood
Die Geburtsstätte der Inquisition

Vor gut 800 Jahren rief Papst Innozent III. zum Kreuzug gegen die christliche Sekte der Katharer im heutigen Languedoc auf. Gewaltige Burgen und Ruinen lassen den Hauch der Geschichte spüren.

Etwa 850 Jahre liegt es zurück, da begann die kurze Blütezeit einer christlichen Bewegung, die als größte religiöse Protestbewegung zwischen dem Arianismus im 6. Jahrhundert und des Protestantismus zu Beginn des 16. Jahrhunderts für eine schwere theologische und kriegerische Auseinandersetzung im damaligen Okzitanien – dem heutigen Languedoc – sorgte. Heute zeugen nur noch wenige Überreste von dieser Zeit. Es sind in erster Linie die Burgen und Abteien, aber auch die heutigen Museen im „pays cathare“, die als Zeugen dieses blutigen Kampfes und Symbole dieser Kultur in der damals wie heute herrlichen Landschaft im Süden Frankreichs auftreten. Das Zentrum des ehemaligen Katharerlandes liegt im heutigen Departement Aude und ist von den Badeorten des Languedoc gut zu erreichen. Dem entsprechend hat der „Verein der Sehenswürdigkeiten des Katharerlandes“ eine Liste der 19 wichtigsten Burgen und Abteien zusammengestellt, die im Zusammenhang mit der spannenden Geschichte eine Rolle spielten.




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Die Abtei Fontfroide
Quelle:flickr; Fotograf:hsivonen
Die Abtei Fontfroide
Das Kartharertum tauchte gegen Mitte des 12. Jahrhunderts auf. Es trat zwar in ganz Europa auf, manifestierte sich aber in Mittelitalien und ganz besonders in Okzitanien. Dieser neue Glaube beruhte auf dem Christentum, leitete seine Überzeugungen aber nur aus den Botschaften des Evangeliums ab. Ihr Glaube beruhte auf der Existenz zweier Welten, einer guten von Gott geschaffenen, und einer bösen Welt als das Werk des Teufels. Die böse entspricht dabei der realen Welt, wobei die Lehre so angelegt ist, das Gute im Menschen (= die Seele) aus der bösen Welt in den (von Gott geschaffenen) Himmel zu bringen. Außerdem erkannten sie von den sieben Sakramenten nur eines an. Auch wenn ihre Theologie an sich schon unvereinbar mit dem offiziellen Christentum war, war es wohl letzlich die strikte Verurteilung der von der herrschenden Kirche praktizierten Prunk- und Verschwendungssucht, die die Kartharer endgültig zu Gegnern der katholischen Kirche machte. Denn damit stellten sie den Machtanspruch der Kirche sowohl in geistlicher wie auch in weltlicher Hinsicht in Frage.

Die Folgen ließen dann auch nicht allzu lange auf sich warten. Die katholische Kirche rüstete sich spirituell, militärisch und juristisch. Sie gründete den Predigerorden (Dominikaner), rief zum „Albigenserkreuzzug“ (1209-1229) auf und schlug mit der Einsetzung der Inquisition eines der dunkelsten Kapitel der Kirchengeschichte auf. Diesem konzentrierten Druck konnte die von etlichen Adligen unterstützte Katharerbewegung nicht standhalten. Zwar zogen sie sich unter dem Schutz der Ritter auf die zahlreichen Burgen zurück, wurden aber nach oftmals langen erbitterten Belagerungen zur Aufgabe gezwungen, viele Katharer endeten auf dem Scheiterhaufen. 1255 fiel mit der Eroberung der Burg von Queribus die letzte Bastion. Schließlich verschwand 1321 die katharische Kirche aus dem Süden, als die Inquisition nach neunzigjähriger unablässiger Verfolgung den letzten geistlichen Führer, Guillaume Belibaste, dem Scheiterhaufen übergab.


Eine sehr schöne DIA-SHOW von Arne Kusserow über die Burgen des Languedoc finden Sie hier.



Die Burg Queribus wie aus einem Felsen gewachsen
Quelle:flickr; Fotograf:jipol
Burg Queribus wie mit dem Fels verwachsen
Heute lassen sich die Ereignisse dieses Bruderkrieges in dem vom Verein mit viel Aufwand gepflegten Burgen und Abteien des Katharerlandes nachvollziehen. Stellvertretend seien hier die Burgen von Montségur, Quéribus und Carcassonne auf Kartharerseite und die Abteien Caunes-Minervois und Fontfroide auf der gegnerischen Seite genannt. Besonders die gewaltige Anlage von Carcassonne diente nicht nur als Kulisse für Kevin Costners Robin Hood sondern zieht jährlich bis zu drei Millionen Touristen an. Im 19. Jhdt vor dem Abriss bewahrt und aufwändig von 1844 – 1911 renoviert (auch wenn nach Meinung von Experten es zum Schluss ein paar Türmchen zuviel wurden), vermittelt Carcassonne ein Bild einer mittelalterlichen Stadtfestung, die nahezu uneinnehmbar war.
Wesentlich beschaulicher gestalten sich die Besuche der weiteren auf der Liste befindlichen Geschichtsstätten. Das Departement Aude ist mehr von seinen mittelalterlichen Dörfern geprägt als von großen Städten. Und so sind es die Ruhe und die beschauliche Natur, die kühlen Kreuzgänge einer schlichten romanischen Abtei und der Genuss der französischen Lebensart in alten Tavernen, die einen Hauch der alten Geschichten Okzitaniens spüren lassen.
Als Reisezeit empfiehlt sich das Frühjahr ab Mitte April und der Herbst im September oder Oktober. Das Aude liegt im Schnitt nur zwei Autostunden von den Touristenhochburgen La Grande Motte und Cap d´Agde entfernt, so dass sich hier Kombinationen mit einem Badeurlaub bieten.



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Weitere Informationen finden Sie hier unter:
www.payscathare.org

www.audetourisme.com

 

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